Chronik und Geschichte der FFW Gersdorf, gegründet 1877

                                                                  

                                                              Die erste Gersdorfer „Feuerlöschmaschine“ eine Saug-und Druckpumpe von 1907

                                Die Wehr 1950                                                                                                    1955                                                                        

In der Nachkriegszeit waren die Mittel noch stark begrenzt, was an der Ausrüstung deutlich zu sehen ist. Dennoch präsentierte sich die Wehr voller Stolz.

           Übung mit der Leiter                                                                                                                           Erste Leistungsprüfung  1965

                                                                                                              Unsere bisherigen Fahrzeuge

           TSF 8/8 von der Fa. Bachert  (Ford Transit)      1972                                       LF 8/6 mit Atemschutz und 600 Liter Tank  von der Fa. Ziegler (MAN)   1996

                                                                          Aktive, Passive und Festdamen zum 100 jährigen Jubiläum 1977

                                                                 Einweihung  unserer lang ersehnten neuen Fahrzeughalle mit Schulungsraum  1995

                                                                                               Gründung unserer Jugendgruppe 1999

                                                                      Die Gersdorfer Wehr mit Festmädchen zum 125 jährigen Jubiläum 2002

Kurze Vereinschronik der FFW Gersdorf bis zum 125 jährigen Jubiläum 2002

Aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Gersdorf
Seit der Zeit, in der unsere frühen Vorfahren ihre instinktive Angst vor dem
Feuer langsam ablegten und es als guten Diener in ihre ersten Behausungen
holten, wurden sie gleichwohl mit der zerstörerischen Seite des Feuers für
ihr Hab und Gut konfrontiert, der sie weitgehendst schutzlos gegenüber
standen.
Von dieser Zeit an standen die Menschen bei Feuersnot hilfreich zusammen,
und langsam entwickelten sich die ersten Regeln und Verordnungen im
Umgang mit dem Feuer.
In unserer Gegend stammt die erste Verordnung der Gemeinden („Ordnung
der Gemein“) aus dem Jahre 1542. Auszüge daraus lauten wie folgt :
„ Es soll Niemand kein ungewöhnlich Feuerstatt machen, noch
haben, die vor alters nit gewest, bei Straff eines Gulden“.
„Es soll auch Niemand kein Fackel oder Licht über die Gaßen noch in
Stadel tragen, bei Straff eines Gulden “.
Die „Chronik der vormals nürnbergischen Pfarrei Entenberg“ berichtet :
Das Jahr 1642 weiß außerdem von einen Brand zu melden, der
bei Konrad Löbel in Entenberg auskam, dovon dasselbe Haus
ganz in Asche gelegt worden. Weil die Leinburger, Gersdörfer
und andere benachbarte bald zu Hilfe kommen und stark gerettet,
so hat das Feuer nicht weiter umb sich gefressen.
1642 brennt des Hans Schmidt, Hubbauernhäuslein genannt,
Behausung in Pötzling ab, welches verwahrloset worden durch
ein Licht, so sein Söhnlein, 2 1/2 Jahr alt gewesen, in den
Kuhstall getragen.
Seit 1832 besitzen die 3 Gemeinden Gersdorf, Entenberg und Oberhaidelbach,
die sich seit ihrem Bestehen im Haidelbachtal in gegenseitiger Hilfeleistung um
den Feuerschutz bemühten, eine gemeinsame Feuerwehr und errichten 1833 

vor dem Anwesen Nr.28 ( gegenüber vom Altenheim ) ein Spritzenhaus
in dem die im selben Jahr angeschaffte gemeinsame „Feuerlöschmaschine “
untergebracht wird.
Im Jahr 1875 erhält die Gemeinde durch das „Königliche Bezirksamt
Nürnberg“, die damalige Aufsichtsbehörde, die Aufforderung, eine
Pflichtfeuerwehr ins Leben zu rufen.
1877 erlässt dieselbe Behörde eine „Distrikspolizeiliche Feuerlösch-Ortnung“
für den Amtsbezirk Nürnberg. Danach ist jede Gemeinde verpflichtet, „die
nothwendigen Feuerlöschanstalten herzustellen, und die erforderlichen
Löschgeräte anzuschaffen und im guten Zustand zu halten“. Dazu gehören
auch die Ausrüstungsgegenstände für die Löschmannschaften.
Als Folge wurde im Jahre 1877 in Gersdorf eine eigene „Freiwillige
Feuerwehr“ gegründet (Urkundlich am 7.Januar 1877 am Amtsgericht).
Leider verbrannte in der größten Brandkatastrophe, die je unseren Ort
heimsuchte (19 Gebäude in Gersdorf und 5 in Pötzling), in der Nacht zum
31. März 1944 durch Bombeneinwirkung die von Johann Kirsch angelegte
Chronik, so dass nur aus mündlicher Überlieferung bis zum Jahr 1950
berichtet werden kann.
Ende der 30iger Jahre war Ausrüstung für 35 Mann vorhanden. Durch die
Kriegswirren verringerte sich diese auf 8 Uniformen, und ein Neuaufbau der
Wehr wurde dringend erforderlich.
Das größte Handicap nach dem Krieg war natürlich das fehlende Geld,
welches durch Haussammlungen (1949 wurden 80,80 DM gesammelt) und
die Einführung einer Feuerschutzabgabe beschafft wurde.
Die noch heute vorhandene und wieder restaurierte Saug- und Druckpumpe
aus dem Jahre 1907 zeigt, dass die Gersdorfer Wehr im Rahmen ihrer
Möglichkeiten schon immer bestrebt war, auf dem technisch besten Stand zu
sein, um im Brandfall optimal zu helfen.
In Gersberg und Pötzling waren ebenfalls je eine kleinere Saug- und
Druckpumpe stationiert, die leider nicht mehr existieren.
Kommandant Pfeiffer verlas am 19.1.1952 die den Gemeinden aufliegende
Satzung der Freiwilligen Feuerwehren, welches zur Folge hatte, dass Willi
Scharrer als 1.Vorstand gewählt wurde. Am 7. März 1960 wurde der

Feuerwehrverein gegründet. 1960 traten 38 Mitglieder bei, der Jahresbeitrag

betrug 1.- DM. Im gleichen Jahr wurde eine Motorspritze TS 8 mit DKW Motor 

angeschafft, für die Georg Seitz einen Spritzenwagen zimmerte.
Im Jahre 1964 wurde in mühevoller freiwilliger Arbeit von Männern um
den damaligen Vorstand Konrad Lederer und Kommandant Stephan Wörnlein
ein neues Gerätehaus mit Trockenturm, welcher heute noch benützt wird, erbaut.
Am 17. Mai 1965 entzündete ein Blitzschlag den Dachstuhl des Anwesens
Albrecht im Ortsteil Gersberg. Unglücklicherweise weilten die meisten
Wehrmänner auf einen Sängertreffen in Frankfurt.
In Zusammenarbeit mit der Engelthaler Wehr konnte ein erster wirksamer
Löschangriff vom etwa 400m entfernten Weiher durchgeführt werden.
Altdorfer und Hersbrucker Tanklöschfahrzeuge verstärkten die Brandbe
kämpfung, so dass das Feuer schnell eingedämmt war.
Im Mai 1965 legte die erste Löschgruppe der FFW Gersdorf unter Löschmeister
Konrad Lederer das Leistungsabzeichen in Bronze mit Erfolg ab.
Großbrand in Reuth: Am Samstag, 2. September 1967 gegen 16.30 Uhr
wurde die Wehr durch die Sirene alarmiert, und bereits Minuten später trafen
die ersten Feuerwehrmänner an der Brandstelle ein.
Ein Stallgebäude des Anwesens Buchner stand in hellen Flammen. Durch
das tatkräftige Eingreifen unserer Wehr wurde ein Übergreifen auf andere
Gebäude verhindert und das Feuer unter Kontrolle gehalten. Mit dem Einsatz
der Wehren aus Lauf, Schwaig, Fischbach, Altdorf und Feucht wurde unter
Wechselschichten bis in den frühen Morgen das Feuer gebannt.
Ein Höhepunkt in der Geschichte der FFW Gersdorf war zweifellos der
Ankauf des ersten Feuerwehrautos TSF (Ford Transit) von der Firma Bachert
im August 1971, welches am 12. Mai 1972 in Anwesenheit zahlreicher
Prominenz offiziell übergeben wurde. Mit dieser Anschaffung war die Schlagkraft 

der Wehr erhöht, und auf den Stand der Zeit gebracht worden.
Auch in Punkto Geselligkeit und Kameradschaftspflege stand die Wehr nicht
zurück, denn mit der Einführung von Ausflügen, Fahrten ins Blaue (erstmals
1972), dem Feuerwehrball am Ostersonntag (1973) sowie dem Fischessen
(1973) kam jeder auf seine Kosten.
Ein Meilenstein für jede Wehr ist sicherlich das 100jährige Gründungsfest,
welches wir im Jubiläumsjahr 1977 vom 6.- 8. Mai ausgiebig feierten.

1978 wurde unsere Wehr mit Funk ausgerüstet.
1979 Ein 82 cbm fassender Wasserbehälter wird am Altersheim ( früherer
Dammersweiher ) gebaut.
Am 24. Juni 1984 nahmen wir die Einladung der Freiwilligen Feuerwehr
Gersdorf/Nennslingen zu ihrem 100 jährigen Jubiläum an, was gleichzeitig
der Beginn einer bis heute gepflegten herzlichen Freundschaft war.
Am 17. Oktober 1987 fand die 110 Jahresfeier unserer Wehr im Vereinslokal
statt. Im kleinen Kreis waren die örtlichen Vereine und die Führungskräfte der
Feuerwehren eingeladen.
Das Jahr 1994 bildete einen weiteren Höhepunkt in der Vereinsgeschichte.
Wie von Bürgermeister Allgeyer versprochen, wurde der 1.Spatenstich für unser
neues Feuerwehrgerätehaus in Verbindung mit der Kindergartenerweiterung
getätigt und das Richtfest gefeiert.
Am 23. Juni 1995 wurde im Beisein der Bevölkerung und vieler Ehrengäste
unser Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Mit der großen Fahrzeughalle und
dem Unterrichtraum ging ein langer Wunsch in Erfüllung.
Ein weiteres Highlight unserer Vereinsgeschichte fand am 17. Dezember 1996
statt. Eine Abordnung unter Kommandant Herrmann und Bürgermeister Alfred
Allgeyer holte das neue LF 8/6 (MAN) von der Firma Ziegler in Gingen ab.
Das Fahrzeug wurde am 25. April 1997 feierlich übergeben. Ein Ereignis,
das, wie Kommandant Herrmann es ausdrückte, zu den schönsten Tagen eines
Feuerwehrmannes zählt.
Durch die Anschaffung des neuen LF 8/6 wurde unsere Wehr erstmals mit
Atemschutz ausgerüstet, was für viele Kameraden zusätzliche Trainings- und
Übungsstunden bedeutete.
Mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses und der Anschaffung des
neuen Löschfahrzeuges ist der Brandschutz in Gersdorf im hohen Maße
aufgewertet und auf Jahre hinaus dem Stand der Zeit angepasst. Dafür
gebührt Bürgermeister Allgeyer und Kommandant Herrmann besonderer
Dank. Wenngleich unser Dorf in den letzten Jahren von größeren Bränden verschont
blieb, waren wir doch etliche Male in der Großgemeinde mit im Einsatz, wie
1983 und 1987 beim Brand der Heiligen Mühle, 1986 beim Brand eines
landwirtschaftlichen Anwesens in Winn und Dachstuhlbränden in Leinburg.
Der Großteil unserer zig Einsätze waren technische Hilfeleistungen mit teils
schweren Verkehrsunfällen.
Aus unserer Einsatzstatistik lässt sich klar erkennen, dass die TH wohl auch
zukünftig in zunehmenden Maße den Hauptteil der Einsätze ausmachen werden.
Im Juli 1999 wurde mit dem Eintritt von 8 Jugendlichen die Jugendgruppe
der FFW Gersdorf gegründet.
Wie schon zum 100 jährigen Jubiläum rückblickend festgestellt, ging in der
FFW Gersdorf auch in den letzten 25 Jahren die den neuen Anforderungen
entsprechende stetige erfreuliche Aufwärtsentwicklung weiter, und unser
Dank gilt vor allen der Gemeinde für die Bereitstellung der Mittel sowie den
Kommandanten und Vorständen, die durch ihr persönliches Engagement die
Wehr auf dem Stand der Zeit hielten.
Nicht zuletzt aber jedem einzelnen Feuerwehrmann, der durch seinen Einsatz
zum Schutz und Wohl der Allgemeinheit beiträgt.
Besonders die neu gegründete Jugendgruppe stellt mit sicher, dass auch in
Zukunft der Leitspruch der FFW Gersdorf lautet :
„ Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr “.
Zum Schluss geht unser Dank an alle, ob aktiv, passiv, Freunde, Gönner oder
Helfer unserer Wehr, mit deren Zusammenarbeit und Hilfe unser 125 jähriges
Gründungsfest erst stattfinden konnte

                                                                                                                          Werner Sußner